Böhmische Schmankerl bei Klassik an der Donau

Artikel vom 09. Juli 2014

 

Konzert der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung begeisterte

Von Rosi Thomas

 

Straubing. Das von der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung initiierte Konzert Klassik an der Donau gehört seit sieben Jahren zu Jazz an der Donau! Auch wenn das Event inzwischen Bluetone heißt: „Es ist immer noch eine Menge Klassik drin", unterstrich Prof. Dr. Martin Balle, Verleger der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, am Samstagabend in der ausverkauften Joseph-von-Fraunhofer-Halle. Bluetone- Stargast sei schließlich Chris de Burgh, ein Sänger, bei dem „Menschen, die so alt sind wie ich, ihre ersten Gefühle hatten". Ein herzliches „Willkommen" rief Prof. Balle nicht nur den von Vorfreude ergriffenen Straubingern zu, sondern auch den jungen Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks mit ihrem Dirigenten Wolfram Graul.

 

Mit der „Moldau" von Bedrich Smetana stimmte das bestens disponierte Orchester auf einen musikalischen Ohrenschmaus ein, der wie der Sommerabend heiter begann, auf ein dramatisches Wetterleuchten zusteuerte und erhaben endete. Das murmelnde Wellenmotiv der Flöten schwillt zum Wogen der Streicher und Schmettern der Hörner an. Auf ihrem Weg zum breit fließenden Strom zieht die Moldau an einer turbulenten Jagdgesellschaft und einer Bauernhochzeit am Ufer vorbei. Nixen tanzen vorwitzig auf den Fluten. Das populäre Werk animiert zum inneren Mitsummen. Vor allem das Moldaulied, das sich wie ein roter Faden durch die sinfonische Dichtung zieht.

 

Dem Schmankerl des Abends verlieh der charmante junge Cellist Maximilian Hornung die notwendige Würze. Das Cellokonzert a-Moll von Camille Saint-Saëns lebte von dem Solisten, der sein Instrument gleich zu Beginn auf das Heißblütigste bearbeitete.Hornung befeuerte das weniger gängige Stück. Der mehrfach ausgezeichnete Nachwuchskünstler legt Seele in sein Spiel und auch in seine Körpersprache. Ich habe ihn in einem anderen Konzert schon heftig mit der 2. Geigerin flirten sehen. Die hübschen jungen Damen saßen diesmal aber zu weit hinten. So blieb es bei Wangenküsschen – links, rechts, links – vom glücklichen Dirigenten und einem Händedruck mit dem ersten Geiger. Ob Londoner Wigmore Hall, Schleswig-Holstein-Festival oder Anne-Sophie Mutter als Kammermusikpartnerin – der Sunnyboy gehört eben zur allerersten Sahne. Böhmische Volksmusik als Quelle der Inspiration stellte Programmgestalter Graul nicht nur an den Konzertanfang (mit der „Moldau"), er ließ den Abend auch damit enden. Antonin Dvoraks Sinfonie Nr. 8 G-Dur, die im Schatten seines Hauptwerks „Aus der neuen Welt" steht, verrät die tiefe Heimatverbundenheit des Tschechen. Das Publikum war (für mich überraschend) begeistert von dieser schweren, mystisch klingenden Komposition. Die Sinfonie endet mit triumphierendem Streicherklang. Für den heftigen Applaus gab es als Zugabe Ungarische Tänze.