Bezaubernder Abend mit italienischem Flair

Impressionen von Klassik an der Donau (Foto: Ulli Scharrer)

Artikel vom 10. Juli 2011


Mitglieder des Bruckner Orchesters Linz bescheren 1300 Zuhörern tollen Konzertgenuss

 

Für einen belebenden Konzertabend mit reichlich italienischem Flair sorgten am Samstagabend Mitglieder des Bruckner Orchesters Linz bei Klassik an der Donau. 1300 Besucher erlebten in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle in Straubing ein Konzert allererster Güte. Vor allem das Doppelkonzert "Passioni Amorose" von Giovanni Bottesini für Violoncello und Kontrabass mit den Solisten Othmar Müller und Joachim Tinnefeld aus Wien versprühte sympathischen Charme und faszinierte gleichzeitig durch hohe Virtuosität.

Die Zutaten für eine rundum gelungene Veranstaltung harmonierten perfekt: Ein sommerlich-leichtes Programm auf hohem Niveau, eine interessante Konzerteinführung durch den Dirigenten und musikalischen Leiter Andreas Pascal Heinzmann aus München und im Anschluss an den kurzweiligen Auftritt noch genügend Zeit für erfrischenden Wein, Espresso und Gespräche. Gerade diese Mischung und die entspannte Atmosphäre schätzen die Besucher von Klassik an der Donau. Zum vierten Mal fand der Konzert-abend unter Regie der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung statt. Verleger Professor Dr. Martin Balle dankte eingangs den Sponsoren für ihre Unterstützung und begrüßte unter den Gästen die stellvertretende Regierungspräsidentin Monika Weinl, MdB Ernst Hinsken, Staatsminister a.D. Erwin Huber, Handwerkskammer-Präsident Franz Prebeck, Landrat Alfred Reisinger und die Bürgermeister Hans Lohmeier und Maria Stelzl. Sein besonderer Gruß galt der Familie Huber aus Vilshofen, die jedes Jahr hochkarätige Stars zu Jazz an der Donau nach Straubing holt und auch Klassik an der Donau ins Leben gerufen hat.

Die Solisten setzten einen besonderen Akzent
Die wichtigsten Personen des Abends waren natürlich die Musiker, die sich unter dem Dirigat von Andreas Pascal Heinzmann in Höchstform präsentierten. Einen besonderen Akzent setzten die Solisten Joachim Tinnefeld und Othmar Müller. Letzterer war kurzfristig für Cellistin Alexandra Ströcker eingesprungen, die ein Kind erwartet. Einen besseren Ersatz hätten die Organisatoren nicht finden können: Der 1963 in Wien geborene Othmar Müller war Mitglied im damaligen ORF Symphonie-Orchester und Solocellist im Wiener Kammerorchester. 1980 gründete er das Ar-tis-Quartett Wien.

"Alexandra Ströcker hat mich gefragt, ob ich ihren Part übernehmen könnte und ich habe gleich zugesagt", schilderte Othmar Müller kurz vor Konzertbeginn. "Als ich dann die Noten mit der Post erhielt, habe ich erst einmal geschluckt." Denn das Bottesini-Konzert verlangt den Solisten einiges ab: "In den oberen Tönen braucht es eine beinahe affenartige Behändigkeit." Allerdings habe er das Stück ziemlich schnell ins Herz geschlossen, weil es auf italienische Art doch sehr augenzwinkernd daherkomme. "Ich habe mich riesig auf Klassik an der Donau und auf Straubing gefreut", erklärte Müller mit einem strahlenden Lächeln.

Unmittelbar nach der Probe in Linz am Freitagvormittag war er mit seiner Frau in ein Hotel nach St. Englmar gefahren, um ein bisschen die Umgebung zu erkunden. Gemeinsam mit dem Orchester traf Othmar Müller schließlich am Samstagnachmittag in der Fraunhoferhalle zur Einspielprobe ein. Danach blieb nur wenig Zeit, um sich etwas frisch zu machen - kurz nach 19.30 Uhr betraten die Ensemblemitglieder die Bühne.

Vor dem Auftritt: "So tun, als ob man ruhig wäre"
Für die beiden Solisten hieß es noch warten - so lange, bis das erste Stück des Abends, die Ouvertüre zu Verdis "La Forza del Destino", verklungen war. Was macht man in diesen letzten Augenblicken, bevor es auf die Bühne geht? "So tun, als ob man ruhig wäre!"

Nach dem umjubelten Auftritt musste sich Othmar Müller sofort verabschieden. "Das ist sonst nicht meine Art", meinte er entschuldigend. Doch für ihn führte der Weg schnellstmöglich zurück nach Wien. Denn bereits am Sonntagmorgen startete von dort aus ein Flugzeug nach Amerika. An Bord auch Othmar Müller, der mit dem Artis-Quartett zum renommierten Norfolkfestival eingeladen wurde.